Bundesamt für Naturschutz

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Schutzgebiete in der Ostsee (AWZ)


Die Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Ostsee. 3D-Grafik: C. Terstegge
Die Natura 2000- in der deutschen AWZ der Ostsee.  3D-Grafik: C. Terstegge

Ende der 1990er Jahre intensivierten namhafte deutsche Meeresforschungsinstitute die Erkundung ökologisch wertvoller Bereiche der Ostsee fernab der Küste. Die Meereswelt des tieferen Wassers mit ihren wenig bekannten, farbenprächtigen Tieren und Pflanzen blieb den meisten Menschen bis dahin weitgehend verborgen. Die Ergebnisse zeigten, dass viele dieser Arten und ihre Lebensräume selten oder gefährdet sind und daher eines besonderen Schutzes bedürfen.

Meldungen der Gebiete in der Ostsee

Eisentenerpel (Clangula hyemalis) Foto: M. Hauswirth (BfN)
Eisentenerpel (Clangula hyemalis) Foto: M. Hauswirth (BfN)
Miesmuschelbänke Foto: Hübner/Krause (BfN)
Miesmuschelbänke Foto: Hübner/Krause (BfN)

Nach Auswertung aller Forschungsergebnisse durch das Bundesamt für Naturschutz und das Bundesumweltministerium meldete Deutschland im Mai 2004 ein Vogelschutzgebiet und fünf FFH -Schutzgebiete an die EU. Das Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht ist seit September 2005 als Naturschutzgebiet bzw. Besonderes Schutzgebiet (Special Protected Area - SPA) ausgewiesen. Die FFH -Gebiete Fehmarnbelt, Kadetrinne, Adlergrund, Westliche Rönnebank und Oderbank wurden im November 2007 von der EU als Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (Site of Community Importance - SCI) anerkannt und sind mit Veröffentlichung im Januar 2008 rechtskräftig geworden.


Klippenbarsche (Ctenolabrus rupestris) finden Versteckmöglichkeiten. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Klippenbarsche (Ctenolabrus rupestris) finden Versteckmöglichkeiten. Foto: Hübner/Krause (BfN)

Die Lebensgemeinschaften der Meerengen des Fehmarnbelts und der Kadetrinne, der Riffe und Miesmuschelbänke des Adlergrundes und der Rönnebank sowie der Sandflächen der Oderbank unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von denen der Riffe und Sandbänke der Nordsee. Viele bedrohte Arten der Kleinlebewesen, Fische und Meeressäugetiere finden hier Rückzugsmöglichkeiten und ausreichend Nahrung. Von herausragender Bedeutung ist das Vorkommen von Rotalgen und Laminarien, in einigen Meeresgebieten bis in 20 m Tiefe. Dies ist außergewöhnlich für die südliche Ostsee und zeigt die gute und konstante Licht- und Sauerstoffversorgung. Seevögel, insbesondere Meeresenten wie die Eisente, überwintern in den für sie unersetzlichen Nahrungsgebieten der Pommerschen Bucht in international herausragend hohen Konzentrationen.


Sägetang (Fucus serratus) an küstennahen Riffen. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Sägetang (Fucus serratus) an küstennahen Riffen. Foto: Hübner/Krause (BfN)
Strandschnecke (Littorina sp.) und Zuckertang (Laminaria saccharina). Foto: Hübner/Krause (BfN)
Strandschnecke (Littorina sp.) und Zuckertang (Laminaria saccharina). Foto: Hübner/Krause (BfN)

Im Sinne des Natura 2000 - Netzwerks gewährleisten diese Meeresschutzgebiete in der deutschen Ostsee den Austausch und die Wanderung von Arten, insbesondere zwischen der östlichen Ostsee und der dänischen Beltsee bzw. dem Kattegat, aber auch zu den küstennahen Schutzgebieten. Dazu gehören beispielsweise die wertvollen Lebensräume um die Insel Rügen und die Halbinsel Darß, die Nationalparke Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft. In den Meerengen des Fehmarnbelts und der Kadetrinne finden rund 70% des Wasseraustausches zwischen der Ostsee und der Nordsee statt. Daher haben diese Gebiete auch eine wichtige ökologische Schlüsselfunktion hinsichtlich des Sauerstoff- und Salzgehalts der gesamten Ostsee.


Schweinswal (Phocoena phocoena) Foto: K. Wollny-Goerke
Schweinswal (Phocoena phocoena) Foto: K. Wollny-Goerke

Natura 2000-Gebiete in der AWZ der deutschen Ostsee:

 

Ostsee

 Fehmarnbelt

 Kadetrinne

 Adlergrund

 Westl. Rönnebank

 Oderbank

 Pommersche Bucht