Bundesamt für Naturschutz

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Erfassungsmethoden


Videoschlitten und Backengreifer zur Untersuchung des Meeresbodens und seiner Lebensgemeinschaften, Foto: IOW
Videoschlitten und Backengreifer zur Untersuchung des Meeresbodens und seiner Lebensgemeinschaften, Foto: IOW

Zur möglichst umfassenden Aufnahme der bodenlebenden Gemeinschaften werden im Biotopmonitoring standardmäßig verschiedene Methoden eingesetzt. 


Die im Boden lebende Gemeinschaft (In- oder Endofauna) wird typischerweise mit einem Backengreifer (Typ van-Veen) untersucht. Das Gerät ermöglicht die Entnahme quantitativer Proben mit einer standardisierten Fläche von rund 0,1m². Dies ermöglicht eine Auswertung hinsichtlich des Artenspektrums und der Verteilung von Abundanz und Biomasse. Diese Parameter bilden dann maßgeblich die Basis für eine spätere Zustandsbewertung.


Backengreifer geschlossen mit Bäumchenröhrenwurm (Lanice conchilega), Foto: BfN
Backengreifer geschlossen mit Bäumchenröhrenwurm (Lanice conchilega) , Foto: BfN
Backengreifer geöffnet, Foto: BfN
Backengreifer geöffnet, Foto: BfN

Arten, die auf dem Boden leben (Epifauna) sind häufig größer und seltener und sind oft zur schnellen Flucht befähigt. Um diese Arten zu erfassen, kommt daher eine Dredge zum Einsatz, die eine deutlich größere Fläche als der Backengreifer aufnimmt. Da die untersuchte Fläche aber meistens nicht genau bekannt ist, erfolgt die Auswertung rein qualitativ, d.h. die Proben ergänzen lediglich das Artenspektrum an der Station. Mit der Dredge kann so auch die festsitzende Gemeinschaft (Makroalgen, Miesmuscheln, Schwämme,…) der Hartböden erfasst werden. Da die Methode jedoch invasiv ist, d.h. den untersuchten Lebensraum schädigt, kommen ergänzend oder alternativ zunehmend optische Verfahren zum Einsatz.


Dredgen kommen auf Hartböden zum Einsatz, Foto: BfN
Dredgen kommen auf Hartböden zum Einsatz, Foto: BfN
Schleppkameras sind wichtige Hilfsmittel, Foto: BfN
Schleppkameras sind wichtige Hilfsmittel, Foto: BfN

Hierzu gehören beispielsweise Schleppkameras, die vom Schiff aus entlang festgelegter Transsekte knapp oberhalb des Meeresbodens entlang gezogen werden. So können Eindrücke von den Strukturen des Lebensraumes und dem Vorkommen großer Arten gewonnen werden. Das identifizierbare Artenspektrum ist allerdings deutlich geringer als in den Dredgefängen.

Die vollständige Aufnahme der Hartbodengemeinschaft stellt folglich noch ein methodisches Problem dar. Da das Artenspektrum dieses Bereiches vor allem in der AWZ der Ostsee noch nicht vollständig bekannt ist, kommen zur Erstaufnahme auch Forschungstaucher zum Einsatz, die entsprechend der Probenahme mit dem Backengreifer kleine Flächen quantitativ beproben und somit einen genauen Einblick in die Gemeinschaft ermöglichen. Für das Monitoring ist diese Methode allerdings zu aufwendig, da dem Taucher in Tiefen über 30m nur sehr wenig Zeit für die Untersuchungen bleibt und so nur sehr wenige Stellen pro Tag aufgenommen werden können.

Infos zum Wirbeltier-Monitoring

Ökologischer und ökonomischer Nutzen fischereilicher Regulierungen in Meeresschutzgebieten, 2014

Kurzinfo zu Monitoringergebnissen: