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Auswirkungen der Fischerei auf kommerzielle Fischbestände


Typisches Bild mit Zielfischarten (Plattfische, Heringe) und Beifang. Foto: T. Otto
Typisches Bild mit Zielfischarten (Plattfische, Heringe) und Beifang. Foto: T. Otto

Allein in der Nordsee werden jährlich rund 3 Mio. Tonnen Fische, Muscheln und Krebse gefangen; damit zählt die Nordsee zu den ertragreichsten Meeresgebieten der Erde.

Wie auch anderen Meeresgebieten, werden in Nord- und Ostsee viele Bestände über dem Niveau befischt, welches langfristig den maximalen nachhaltigen Ertrag ermöglichen würde. Der maximale Dauerertrag (englisch Maximum Sustainable Yield MSY) ist dabei diejenige Fangmenge, die das Nachwachsen der Bestände nicht gefährdet und trotzdem langfristig hohe Erträge sichern würde. Letzteres  ist ein erklärtes Ziel der kürzlich reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU.

Schlechte Situation der Fischbestände

Die Bestandssituation in der Ostsee und insbesondere in der Nordsee ist seit langem dramatisch schlecht und das, obwohl Lösungsansätze in Form eines ökosystemorientierten Fischereimanagements existieren. Problematisch ist neben dem hohen Anteil der Arten, die überfischt sind oder sich außerhalb sicherer biologischer Grenzen befinden, dass die Bestandssituation zahlreicher Bestände aufgrund fehlender Daten nicht beurteilt werden kann. Betrachtet man den Zustand der kommerziell genutzten Fischbestände in der deutschen AWZ der Nordsee, welche vom ICES (International Council for the Exploration of the Sea) vollständig bewertet werden, ergibt sich folgendes negatives Bild: Hier sind vier von sieben Beständen überfischt, lediglich der Schollenbestand befindet sich innerhalb sicherer biologischer Grenzen (siehe Abbildung).


Status kommerziell befischter Fischbestände in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee, welche vom ICES vollständig bewertet werden (Daten ICES 2013).

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Status kommerziell befischter Fischbestände in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee, welche vom ICES vollständig bewertet werden (Daten ICES 2013)

In der deutschen AWZ der Ostsee befinden sich von den kommerziell genutzten Fischbeständen, welche vom ICES vollständig bewertet werden, drei von vier Arten außerhalb sicherer biologischer Grenzen. Lediglich der östliche Sprottenbestand zeigt positive Tendenzen mit einer fischereilichen Sterblichkeit (Anteil am Bestand, der durch Fischerei entnommenen wird), welche der höchstmöglichen nachhaltigen fischereilichen Sterblichkeitsrate (Fmsy) entspricht und eine Laicherbiomasse SSB vorweist, welche zumindest oberhalb des Vorsorgeansatzes liegt.

Erhebliche negative Auswirkungen auf das Ökosystem

Die Fischerei gehört zu den stärksten negativen menschlichen Einflüssen auf das marine Ökosystem.

Die Folgen sind z.B.:

  • Bestandsrückgang zahlreicher kommerziell genutzten Bestände;
  • Veränderung der Lebensgemeinschaften - durch den ungewollten Beifang von Jungfischen und Nicht-Zielarten wird die Zusammensetzung der Fischgemeinschaften verändert;
  • Zerstörung der Bodengemeinschaften - vor allem die Fischerei mit mobilen, grundberührenden Fanggeräten (z.B. Scherbrettnetze, Baumkurren, Dredgen), die in der Nordsee verbreitet eingesetzt werden, hat erhebliche negative Auswirkungen auf benthische Lebensräume wie Sandbänke und Riffe mit ihren typischen Lebensgemeinschaften. Der Grad der Schädigung ist dabei abhängig vom Fanggeschirr, seinem Gewicht und der Schleppgeschwindigkeit sowie vom Lebensraumtyp und den dort vorkommenden Arten. Gerade langsam wachsende Arten und ältere Organsimen wie Seeigel, Seeanemonen im Bereich von Riffen können unwiederbringlich zerstört werden. Arten, die erst nach mehreren Jahren geschlechtsreif werden und nur wenige Nachkommen haben, reagieren besonders empfindlich auf die Auswirkungen der Fischerei und können bei zu hohen fischereilichen Intensitäten vollständig ausgerottet werden.

 
 

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